18.08.2009

Godafoss, Sprengisandurwüste, Landmannalaugar (oder auch nicht)

Da wir heute mindestens 9 Stunden reine Fahrzeit vor uns hatten, war schon um 6 Uhr Frühstücken angesagt.


Um 7:30 Uhr gings dann los.

Nach einer Stunde Fahrzeit (noch über schöne geteerte Strasse) gab es den 1. Stopp beim Wasserfall Godafoss. Auch an diesen Wasserfall kam man ganz nah ran.

Ab hier war dann wieder Schotterpiste angesagt.

Wiederum nach einer Stunde gab es den 2. Stopp. Diesmal hieß der Wasserfall Aldeyarfoss.

Er stürzt ca. 20 Meter tief in eine aus Basaltsäulen bestehende Schlucht.

Von hier ging es dann auf die Sprengisandsleid (F26). Die längste Nord- Südverbindung Islands. Sie führt durch die weite Kies- und Schotterwüste Sprengisandur.

Damit uns die Fahrt nicht langweilig wurde, las Florence uns 2 Kapitel aus der islänischen Egil Saga vor und "beglückte" uns mit islänischer Western- und Countrymusik (die CD hatte sie einem befreundetem französischem Busfahrer abgeschatzt, leider finde ich das Lied bei Youtube nicht, damit ihr euch auch dran erfreuen könnt).


Kurt hatte vorgestern noch Kontakt zu einem Busfahrer, der ihm von einem furchtbaren Zustand der Piste berichtet hatte. Aber wir hatten, wie bisher immer, Glück und die Piste wurde gestern neu präpariert. Das Gerüttelt hielt sich also in Grenzen.

Dafür wurde das Wetter aber immer schlechter. Bei jedem Stopp wurde es kälter, windiger und auch nasser.

Unterwegs trafen wir nur in einer Oase auf andere Reisende. Zumindest Reisende im Auto. Nachdem wir die Oase schon eine gute Stunde hinter uns gelassen hatten, sahen wir mitten im Nichts einen Wanderer zu Fuß. Bei Nieselregen und 8°Grad. Kurt sagt, solche Leute trifft man hier öfter. Bis wir die Sprengisandur durchquert hatten, sahen wir noch 4. Das sind dann Abenteuer, auf die ich gerne verzichten kann.


Das Wetter wurde weiterhin immer schlechter.

Tja und als wir gegen 19 Uhr im Camp in Landmannalaugar ankamen, tobte draußen ein kleiner Sturm und es goß in Strömen.

Martin, der Koch den wir schon aus dem 1. Camp kannten (wir waren die letzte Gruppe dieser Tour von Wikinger, nach uns wurden die Camps abgebaut und die Köche, die noch Zeit hatten, weil in Deutschland arbeitslos, in andere Camps geschickt), hatte auch keine gute Nachricht für uns. 3 Zelte waren bereits von innen naß, bei 2 weiteren steht das Wasser direkt davor. Wegen des Windes halfen da auch keine Gräben ums Zelt.

Florence stieg aus und guckte sich mit ihm noch mal alles an.

Ich ging mit 2 weiteren Mitreisenden zur Toilette. Dort trauten wir unseren Augen nicht. So gut wie alle Camper dieses Zeltplatzes waren hierher geflüchtet. In dem Raum, nicht größer als 2 Umkleideräume einer großen Turnhalle, befanden sich ca. 50 Leute. Es wurde gewaschen, getrocknet (bei der Luftfeuchtigkeit eigendlich gar nicht möglich), gekocht, geschlafen...

Auf dem Rückweg zum Bus flog uns ein Zelt entgegen...

Nach einer halben Stunde hatte Florence die Zentrale in Reykjavik erreicht und mit ihnen abgesprochen, daß wir nicht hier schlafen werden. Sie war nun telefonisch auf der Suche nach einer Hütte für 26 Leute.

In der Zeit haben wir erstmal gegessen, Martin hatte ja das Abendessen für uns fertig.

Nach weiteren 15 Minuten hatte Florence eine Hütte gefunden. Dazu mußten wir aber eine gute Stunde zurück fahren.

Wir packten das Frühstück für morgen früh ein und machten uns auf den Weg. Eigendlich hätte Kurt gar nicht mehr fahren dürfen, seine 12 Stunden waren rum.

Martin mußte vor Ort bleiben und auf die Zelte aufpassen, hatte sein Chef angeordnet.

Um kurz nach 21 Uhr kamen wir dann an der Hütte an.

Der ein oder andere hatte dann erstmal was zu maulen, weil wir alle zusammen in einem großen Raum schlafen mußten. Manche Leute sind aber auch mit nix zufrieden. Die Meisten fanden das Ganze aber schon wieder recht amüsant. Zumal die Hütte auch eine Sauna und ausreichend Duschen hatte. Außerdem war es das 1. Mal seit 11 Tagen, daß wir wieder ein festes Dach über dem Kopf hatten. Und mollig warm war es außerdem.