19.08.2009

Wanderung in der Umgebung von Landmannalaugar

Heute war ausschlafen angesagt. Kurt durfte vor 10:30 Uhr nicht wieder ans Steuer.

Die Nacht war deutlich ruhiger verlaufen, als von einigen befürchtet. Der ein oder andere, der eine Rundreise mit Zeltübernachtung gewählt hatte, weil er keine Lust hatte, mit zig anderen in einem Raum einer Hütte zu schlafen, meinte nun, daß es beim nächsten Islandurlaub durchaus eine Überlegung wert sei, eine Hüttenreise zu buchen. Im Zelt hört man doch den ein oder anderen schnarchen, hier war alles völlig ruhig. Die dicken Vorhänge, die zwischen den Schlafkabinen hingen schlucken mehr Geräusche als dünne Zeltwände. Und es war warm. Was das ausmacht, weiß man erst wieder so richtig zu schätzen, wenn man 11 Tage im Zelt verbracht hat.

Wobei, wenn man im Warmen gesessen hat und soll dann raus in das nicht immer so tolle isländische Wetter... wenn man ehe schon draußen ist, stört es einen weniger.

Da die Hütte oben noch einen großen Aufenthaltsraum hatte, haben wir dort mit 5 Leuten das Frühstück zubereitet. Die Küche der Hütte war prima ausgerüstet.

Wir ärgerten uns etwas, daß wir uns am Abend nicht schon hier oben umgesehen hatten, es gab nämlich auch eine Spülmaschine. Wir hatten unser Abendessengeschirr im Camp in einen Sack gesteckt und dann hier gestern Abend per Hand abgewaschen, halt wie immer in den letzten 11 Tagen.

Nach dem Frühstück war dann noch schnell Hüttenreinigung angesagt (der ein oder andere Unzufriedene entzog sich dem mit einem Spaziergang, Florence witzelte schon, ob sie ihrem Chef jetzt schon sagen soll, wer alles Reisemängel einklagen wird) und dann gings wieder ins Camp nach Landmannalaugar.

 

Heute sahen wir dann auch was von der schönen Landschaft. Gestern war es wegen des Regens recht dunkel und die Busscheiben auch alles andere als sauber.

Und da es heute nicht mehr stürmt und regnete konnten wir kurz vor dem Camp aussteigen und einen Fluß über einen Steg passieren um Kurt beim furten zu fotografieren.

Martin begrüßte uns, sah aber recht ko aus. Er hat die halbe Nacht nicht geschlafen, weil er dann nachts noch 3 Zelte einfangen mußte, die sich selbstänig gemacht hatten. Danach hat er dann angefangen, alle die schon locker waren abzubauen. Es standen nun nur noch 2 Schlafzelte, das Küchen - und das Aufenthaltszelt.


Nach einer kurzen Teepause machten wir uns bei weiterhin trockenem Wetter und etwas Sonnenschein auf zu unserer Wanderung zum Obsidianlavafeld Laugahraun und zum Berg Bláhnúkur.

Es war wieder eine sehr sehr schöne Wanderung mit super Landschaft.

Das Lavafeld wirkte wieder wie ein Labyrinth, man mußte gut aufpassen, daß man seinen Vordermann nicht aus den Augen verlor.

Nach dem wir den Rundweg hinter uns gelassen hatten, kamen wir an einen Fluß, der im Moment aber aus mehreren Bächen bestand. Auf Grund des Regens war das Wasser aber etwas höher. Da mußten wir eigendlich rüber, wenn wir auf den Bláhnúkur wollten.

Ein Teil der Gruppe hatte keine Lust dazu, weil es auch nicht genügend große Steine gab, um eine Brücke zu bauen. Springen war also angesagt. Außerdem hatte es auch schon wieder angefangen zu regnen. Sie drehten dann um, wir anderen übten uns im Weitspringen, was aber nicht wirklich gut gelang.

Das war das erste und einzige Mal, daß ich Wanderstöcke benutzt habe. Damit springt es sich einfach besser. Beim Wandern waren sie sogar den Geübten öfter mal im Weg.

Der Weg auf den Berg war wie so oft kein richtiger Weg, sondern ein kleiner Trampelpfad. Und es ging recht steil hoch.

Aber schon bei der Pause auf halber Höhe waren wir überwältigt von der Aussicht. Da waren sofort alle nassen Schuhe vergessen.

Leider kam dann eine Nebenwand auf uns zu, so daß Florence zum Abstieg statt zum weiteren Aufstieg riet. Von ganz oben hätten wir dann nichts mehr sehen können.

Der Abstieg war aber wieder eine lustige Angelegenheit. Wie schon vor 2 Tagen beim Tuffring am Mývatn: einfach die Haken in den Geröllschlamm und runterlaufen.

Und wer immer noch keine nassen Füße hatte, hatte nun die Gelegenheit dies zu ändern, denn wir mußten noch mal über die Flußrinnsale springen.

 

Wieder am Camp, gab es erstmal Tee und Kuchen.

Dann machten sich einige auf um in den berühmten Hot Pot von Landmannalaugar zu hüpfen. Der war allerdings recht überfüllt.

Ich bin mit 2 weiteren Mitreisenden auf einen Berg beim Camp gestiegen und hab die Aussicht bewundert.

Anschließend waren wir noch in der Mountain Mall shoppen.

Während wir uns mit spazieren gehen und baden beschäftigten, hatten Florence und Kurt fleißig telefoniert.

Ursprünglich war geplant, daß wir hier die gestrige und die heutige Nacht verbringen. Morgen sollte es dann zur Eldgjá Vulkanspalte gehen und von dort an der Südküste zum nächsten Camp.

Da von unseren Zelten ja nicht mehr viel übrig war, stand zunächst auf dem Plan heute in einem Camp bei der Eldgjá zu übernachten. Dies fiel dann leider buchstäblich ins Wasser, da die Piste dorthin ebenfalls abgesoffen war.

Also machten wir uns auf den Weg in das Camp an der Südküste um dort dann 2 Nächte statt einer zuverbringen.

3 Stunden Fahrt waren es bis dahin. Die Fahrt verlief völlig unspektakulär, es gab auch nicht viel zu sehen unterwegs.

Dies Camp konnte bei uns nur mit den Duschen punkten. Ansonsten waren wir nicht so angetan. Der Hot Pot war ein Plastikpot (ein Whirlpool ohne Whirl), zum Klo war es ein halbe Weltreise.