09.08.2009

Geysire, Wasserfälle und 1. Camp

Um 8 Uhr gabs es Frühstück im Gemeinschaftszelt.

Um 9 Uhr kam dann der Bus mit dem wir die nächsten 2 Wochen durch Island reisen sollten.

Unser Busfahrer hieß Kurt, ist gebürtiger Deutscher und vor ca. 20 Jahren nach Island ausgewandert. Er hat jetzt beide Staatsbürgerschaften.

Wie sich im Laufe der Fahrt rausstellen sollte, hatten wir mit ihm einen richtigen Glücksgriff. Nicht nur das er uns was vom Leben und Denken der Isländer erzählen konnte, er wußte auch bestens über die Geologie des Landes bescheid. Denn wie alle Isländer hat er noch einen anderen Job, nämlich Umwelttechniker und Geologe. Das übt er dann außerhalb der Touristenzeiten aus.

Nach dem wir alles Gepäck im Bus verstaut hatten und sich jeder einen Platz ergattert hatte (die Sitzordnung wurde bis zum Ende der Reise auch strikt eingehalten), gings dann auch endlich los. Unser erstes Ziel war Thingvellir. Hier treffen die eurasische und die amerikanische Kontinentalplatte aufeinander. Bzw. sie drifften auseinander, was an den großen Spalten zu erkennen ist.

Von dort machten wir einen Spaziergang durch die Almännerschlucht zum Lögberg (Vortragsort des Gesetzessprechers). Hier wurden noch bis ins 18. Jh. alle wichtigen Entscheidungen kundgetan.

 

Wir machten nun auch die 1. Bekanntschaft mit dem wechselhaften Wetter in Island. Gerad noch strahlender Sonnenschein, nun Regen. 10 Minuten später wieder Sonne, bald darauf... richtig... Regen.

 

Der Spaziergang ging weiter zum 1. Wasserfall (es sollten im Laufe der Reise noch unzählige folgen), dem Öxarárfoss.

Von dort ging es dann im Bus zum Thermalfeld Haukadalur, dessen Attraktion die Geysire sind.

Unser nächster Stopp war am Wasserfall Gullfoss. Einer der größten Wasserfälle Islands. Das war schon ein grandioser Anblick.Und ein mächtiger Geräuschpegel.

Nun ging es über die Piste 35 zu unserem Camp nach Hveravellier. Die Piste war eine Schotterstrecke mit diversen Schlaglöchern. Wir wurden prima durchgerüttelt. So sollte es also nun die nächsten 14 Tage während der Fahrt überwiegend zu gehen.

Unterwegs mußten wir einen 15minütigen Stopp einlegen, weil eine französische Reisegruppe mit ihrem Auto einen Platten hatte. Unser Busfahrer hatte reichlich Erfahrung und entsprechendes Werkzeug dabei um ihnen zu helfen.

Es bleiben täglich so einige Autos mit einem Schaden auf den Pisten liegen, weil sich zum einen oft Leute mit Autos dorthin wagen, die gar nicht für diese Strassen zugelassen sind (Mietwagen sind mit einem "F" gekennzeichnet, wenn sie es dürfen) oder weil das Auto dann doch irgendwann mal schlapp macht, wenn es nicht jeden Tag nach so einer Piste gründlich gewartet wird.

Sehr zu unserer Verwunderung trafen wir auch immer wieder auf schwer bepackte Fahrradfahrer.

Rechts und links von der Piste konnten wir die Gletscher Langjökull und Hofsjönkull sehen.

Nach 4 Stunden (3 Stunden reine Fahrzeit für 100 Kilometer) kamen wir im Camp in Hveravellir an.

Mitten im Nichts war es auf einmal da.

drumherum viel Landschaft und das Thermalgebiet

Wie sich rausstellte, hatte ich Glück und konnte ein Zelt für mich alleine beziehen. Es hatte ein Buchungschaos gegeben, so daß wir nicht wie gedacht 4 Frauen für ein halbes Doppelzelt waren, sondern nur 3. Also einigten wir 3 uns darauf, daß bei jedem Campwechsel eine andere von uns allein ein Zelt bewohnen durfte.

 

Mangels Dusche hüpften nach dem Abendessen (Eier in Senfsoße mit Kartoffeln und Gurkensalat) fast alle in den Hot Pot.

eine prima Erfindung der Natur :-)

Durch einem Schlauch kommt fast kochendes Wasser aus einer Thermalquelle in ein Naturbecken geflossen, durch einem anderen kaltes Wasser aus dem Bach. Die Temperatur können die Badenden durch das Verlegen der Schläuche selber regulieren. Wir wollten es immer schön mollig warm (~ 40 Grad).

Das man dann hinterher leicht nach Schwefel riecht störte niemanden.