13.08.2009

Vesturdalur

Der heutige Tag begann nicht so gut. Wir sind beklaut worden :-((

Im Gemeinschaftszelt stehen über Nacht immer Thermoskannen mit heißem Wasser, falls mal jemand friert und sich einen Tee machen will. Die, die ihre persönlichen Thermoskannen über Nacht nicht brauchten hatten sie auch immer im Gemeinschaftszelt gelassen.

Tja und nun waren sie weg. Insgesamt 10 Kannen. 5 von der Köchin und 5 Private (meine auch). Und 2 große Thermotrinkbecher. Das ganze andere Eßgeschirr von uns, was in einer Bananenkiste stand war aber noch da !?!

Wir haben dann alle Büsche abgesucht, bei anderen größeren Gruppen mal nachgefragt, ob ihnen auch was fehlt und dabei unauffällig den Blick im Zelt wandern lassen, aber die Kannen blieben verschwunden.

Florence machte eine Meldung beim Campwart, der verständigte die Polizei und die wollten im Laufe des Tages vorbei kommen.

Da die Köchin ja nicht mit zum Wandern kam, sollte sie mit der Polizei sprechen und wir sind dann mit einer Stunde Verspätung zu unserer Tageswanderung aufgebrochen.

Kurt brachte uns in einer einstündigen Fahrt in das Tal Vesturdalur. Von dort wanderten wir zurück ins Camp.

Ungewöhnliche Basaltformationen erwarteten uns gleich zu Beginn. Die Hljódaklettar (Echofelsen). Höhlen und riesige "Skulpturen" schienen ein einziges Labyrint zubilden. Die Basalte bilden Rosetten, die Höhlen haben eine interessante Akustik wegen des Widerhalls.

Unser Weg führte weiter bergauf zu den roten Kegeln der Raudhólar. Von hier aus bot sich auch eine traumhafte Aussicht, vorallem weil die Sonne schien.

Doch kaum hatten wir den Weg bergab angetreten, fing es mal wieder an zu regnen. Inzwischen waren wir echt flott im Rausholen und Anziehen der Regenkleidung.

Da der Weg auch sehr eng war liefen wir fast eine Stunde schweigend hintereinander her. Pünktlich zur Mittagspause hörte es dann aber wieder auf und die Sonne ließ sich wieder ein bißchen blicken.

Auch hier gab es eine super Aussicht.

Bald gings weiter auf die Schlußetappe.

Wir gingen durch ein Stückchen Landschaft, was ein bißchen wie die Lüneburger Heide aussah, standen plötzlich wieder mitten in Heidelbeersträuchern und stießen dann auf bizare Felsformationen.

Am Ende des Weges kamen wir an den Rand der Schlucht von Ásbyrgi und blickten genau auf den See runter.

Nun fragten wir uns, wie wir wohl runter kommen würden. Bei der Wanderung am Tag zuvor war uns nichts aufgefallen, was auf einen Weg hindeutete. Die Antwort kam dann nach weiteren 30 Minuten Fußmarsch......

Nachdem wir wieder im Camp angekommen waren, fragte Kurt ob jemand Lust hat ins öffentliche Schwimmbad in der Nähe mitzukommen. Da sei auch ein Hot Pot. Das ließen sich einige nicht 2 mal sagen (zumal der Eintritt genauso teuer war, wie 5 Minuten Duschen im Camp, nämlich 300 ISK --> 1,50 €).

Dort sahen wir dann auch endlich das lustige Schild, von dem Kurt uns schon mal erzählt hatte. In Island hat fast jedes Dorf ein eigenes Schwimmbad (meistens ein 25x 10 Meter Becken plus einem Hot Pot). Das Wasser wird allerdings kaum bis gar nicht gechlort und deshalb hängt am Eingang jeder Dusche ein Schild, auf dem genau steht, was man vorher alles waschen muß, bevor man ins Wasser steigt. Und damit das auch jeder macht, hängt in jeder Dusche ein Seifenspender.