14.08.2009

Wasserfälle und Wüste

Am Morgen hieß es wieder einpacken, unsere Fahrt durch Island ging weiter.

Zunächst nahmen wir die selbe Strecke wie gestern ins Vesturdalur, bogen dann aber nicht ins Tal ab, sondern fuhren weiter Richtung Dettifoss. Dem größten Wasserfall Europas (berechnet nach der Wassermenge die hinabstürzt).

Wir hatten richtig Glück und die Sonne schien dort, so daß wir viele Regenbögen in der Gischt sehen konnten.

Von dort gings zu Fuß weiter zum Wasserfall Selfoss.

Wer Wasserfälle liebt, der kommt in Island voll auf seine Kosten. Es verging eigendlich kein Tag an dem wir nicht 2- 3 Wasserfälle gesehen haben.

Die Mittagspause verbrachten wir bei strahlendem Sonnenschein im T- Shirt. Einige holten sogar die Sonnencreme raus.

Wenn wir gewußt hätten, was die nächsten 2 Tage auf uns zukommt, hätten wir wahrscheinlich gestreikt und wären dort sitzen geblieben.

Also machten wir uns auf den Weg in die Askja.

Es ging erst noch ein gutes Stündchen auf einer F- Strasse weiter, bevor wir auf die Ringstrasse stießen. Die Ringstrasse geht einmal um Island rum und ist die einzig asphaltierte Strasse im Land (abgesehen von den Strassen in Reykjavik und anderen "größeren" Städten).

Aber schon nach 20 Kilometern gings wieder auf eine F- Strasse. Kopfsteinpflaster ist nichts dagegen. Ich frag mich, wie Kurt das 3 Monate so gut wie ohne Unterbrechung aushält, diese Strassen zu fahren.

Beim nächsten Stop standen wir dann schon mitten in der Wüste. Europas größter Wüste. So weit wir gucken konnten nur schwarzer Sand. Laut Kurt regnet es hier noch weniger als in der Sahara, die Regenwolken bleiben an den Gletschern hängen. (Deshalb ist in Island das Wetter im Norden oft besser als im Süden). Hier in der Wüste gibt es auch sehr oft Sandstürme. Auf der Rückfahrt haben wir von weitem einen gesehen. Erst dachten wir, daß es dort regnet, aber dann sahen wir, daß das Dunkle gar nicht bis zu den Wolken hoch geht. Sah sehr beeindruckend aus, aber wir waren froh es nur von weiten zu sehen (Foto ist leider nichts geworden).

Das Wetter meinte es heute wirklich gut mit uns, die Sicht war super und so konnten wir die Herdubreid (1680 Meter), Islands bekanntesten und schönsten Berg in seiner ganzen Pracht sehen. Die Chance dies zu sehen beträgt 5 %. Normalerweise ist mindestens die Schneekuppe in Wolken gehüllt oder es weht ein Sandsturm.

Nach einiger Zeit kam dann das wovor alle Reiseführer warnen, die Reiseleiter ein kleines Drama rausmachen (wenn wir das nicht schaffen, müßen wir umdrehen) und die Busfahrer erstmal anhalten, die Lage checken.... und dann losfahren. Eine Flußfurtung.

Den einzigen Fluß, den es in dieser Wüste gab, mußten wir heute 2 mal furten. Aber da der Fluß im August nicht mehr sonderlich hoch ist (im Juli ist es laut Kurt wegen der Schnee- und Eisschmelze am schlimmsten, sowohl von der Wassertiefe als auch von der Strömumg), brauchten wir das Gepäck nicht aus den Laderäumen nach oben holen, Kurt konnte so durchfahren.

Gleich danach gabs dann eine kurzen Stopp in der einzigen Oase weit und breit.

Hier war es übrigens schon ziemlich windig und deutlich kühler. Die T- Shirts waren schon unter Pullovern und Jacken verschwunden.

Nach fast 7 Stunden Fahrt, Pausen und Wasserfälle bereits abgezogen!! (allein für die letzten 90 Kilometer hatten wir 3 Stunden gebraucht), kamen wir dann endlich in der Askja an. Ein Vulkansystem im isländischen Hochland.

Wiedermal mitten im Nichts stand unser Camp. Der Koch freute sich sehr endlich mal wieder Menschen zu sehen, er war seit 6 Tagen alleine hier. Nicht mal Individualreisende hatten sich in den letzten Tagen hierher verirrt.

Kein Wunder, hier war es KALT! 5° Grad am Tag, nachts hatten wir Glück, es ging "nur" bis auf 1° Grad runter, da der Himmel bewölkt war. Das Bächlein neben dem Camp war bis vor 2 Wochen noch zugefroren.

Irgendwelchen Luxus wie wir es von den anderen Camps gewohnt waren, gab es hier nicht. Kein Strom, keinen Hot Pot, keine Duschen, nicht mal Handys hatten Empfang. Es gab nur kaltes Wasser aus dem Hahn und den Gaskocher im Küchenzelt.

Am Abend waren auch alle schnell in ihren Zelten / Schlafsäcken verschwunden.